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8 Meter Wellen beschädigen Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer

 

7 März, 20107 März, 2010 0 Kommentar(e) Aktuelles Aktuelles

 

Viel Unsinn wird derzeit in der Presse über den Unfall auf der "Louis Majesty" geschrieben. Von einem "gegen den Uhrzeigersinn drehenden Tief" ist da die Rede (alle Tiefs auf der Nordhalbkugel drehen gegen den Uhrzeigersinn) und von einer "weißen Wand".
Zitat: "Ein 69-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen und ein Italiener wurden erschlagen ..." stimmt auch nicht: Der 69-Jjährige aus Deutschland wurde NICHT erschlagen sondern starb an einem Herzinfarkt ...
Hier waren Journalisten am Werk, bar jeder Fachkenntnis aber mit viel Sinn für Sensationsmache ...
Wir berichten über die tatsächlichen Ursachen.

Acht Meter hohe Freak-Wellen zertrümmerten am 3.3.2010 gegen 1630 Uhr mehrere Fenster im vorderen Bereich von Deck 5 an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Louis Majesty", 32396 BRZ (IMO-Nr.: 8814744) im Mittelmeer, rund 130 Kilometer nordöstlich von Barcelona. In dem dort gelegenen Restaurant starben zwei Menschen, ein 69-jähriger Deutscher aus Nordrhein-Westfalen und ein Italiener, 14 weitere Fahrgäste wurden verletzt.

Was war passiert?

Es ist gerade Kaffee und Kuchen-Zeit. Rund 70 Urlauber haben sich zu einem Drink im Salon auf Deck fünf versammelt, durch die großen Fenster am Bug des Kreuzfahrtschiffes "Louis Majesty" beobachten sie die aufgewühlte See.

Die "Louis Majesty" ist am ursprünglichen Ziel Barcelona vorbeigefahren und befindet sich südlich des Golfes von Lion. Sie ist auf dem Weg nach Genua: Gegen 16 Uhr 30 wurde der mit Stabilisatoren für hohen Seegang ausgerüstete, 207 Meter lange Kreuzfahrer von der ersten Welle getroffen, wie Augenzeugen berichten; geschätzte Höhe: acht Meter. Sie richtet noch keinen Schaden an.

Kurz darauf folgt eine zweite Welle, bis zu zehn Meter türmt sie sich auf, die Fenster im Salon bersten. Dann die dritte Welle: Mit ungeheurer Wucht dringt Wasser ein, wirft Tische und Stühle um, Glasscherben und Fensterrahmen fliegen durch die Luft.

Wetterlage am 3.3.2010 gegen 1630 Uhr   Großbild klick!
Es waren die berüchtigten "drei Schwestern", damit bezeichnen Seefahrer drei hintereinander folgende Freakwaves, von denen die dritte meist die höchste ist. Die zweite Welle hat in diesem Fall die Fester zertrümmert, die dritte und höchste dann die erheblichen Schäden verursacht. Wellen dieser Höhe sind für das Mittelmeer ungewöhnlich: Dazu fehlt einfach der 'Fetch' (das ist die Anlaufstrecke, die der Wind benötigt um Wellen dieser Höhe aufzubauen). So können nur außergewöhnliche Umstände die Ursache sein und die waren gegeben: Zum Unglückszeitpunkt wehte von Frankreich her zum ersten ein starker Mistral, dazu kam ein kleines schnell ziehendes Sturmtief, das in diesem Gebiet nordostwärts zog. Das bewirkte auf der Vorderseite eine Abschwächung des Mistral, auf der Rückseite aber eine wesentliche Verstärkung, was die ungewöhnliche Wellenhöhe erklärt. Und genau in dieser Zone war die "Louis Majesty" unterwegs.

Was hätte der Kapitän tun können?

 Beidrehen wie das Segler in einem solche Fall tun, kann ein Kreuzfahrer natürlich nicht. Die Fahrt so weit zurücknehmen dass noch Ruderwirkung besteht, hätte wohl den Unfall verhindert. Fakt ist, dass das Schiff für diese Verhältnisse zu schnell war.


Zum zweiten wäre es möglich gewesen, vor dem Sturm abzulaufen, d.h. umzudrehen und mit dem Wind (und den Wellen) von hinten zurückzufahren, nach Bercelona, was der Kapitän nach dem Unfall und damit zu spät dann auch getan hat.

 

QUELLE: ESYS.ORG

 

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